Ist der Begriff ECM noch tragbar?

In einem aktuellen Videointerview stellt sich Guido Schmitz, der Autor des Buches ”Der Info Cube” der Frage, ob der Begriff ECM überhaupt noch in der Kommunikation tragbar ist, oder ob der Begriff Informationslogistik sich nicht schneller in den Köpfen der Anwenderunternehmen verankert?

Der Begriff Enterprise Content Management (ECM) hat sich nie wirklich durchgesetzt. Die Branche muss sich eingestehen, dass der Begriff ECM auf Seiten der Anwenderunternehmen nicht die notwendige Priorität erhält. Anders war es bei dem Vorgängerbegriff Dokumentenmanagement. Da wusste jeder, es handelt sich um ein System, welches elektronische Dokumente verwaltet. Aber Dokumentenmanagement wurde zu schnell als technologische Lösung abgestempelt und nicht als strategische Herangehensweise um die Probleme im Umgang mit Informationen, z.B. in der Kundenkommunikation, in den Griff zu bekommen. Ein neuer griffiger Begriff muss also her: „Just-in-time-Informationslogistik“

Das Ziel eines wertvollen Informationsmanagements liegt nicht darin, jede Information für jeden verfügbar zu machen. Ganz im Gegenteil: Mit Lösungen, die anstelle einer Informationsflut auf intelligente Informationsfilter setzen, soll die richtige Information zum richtigen Zeitpunkt am richtigen Ort zur Verfügung gestellt werden. Kurz: Die Grundidee ist eine Just-in-time-Informationslogistik oder, anders gesagt, eine bedarfsgerechte Informationsversorgung. Ganz pragmatisch ausgedrückt ist Just-in-time-Informationslogistik der Übergang vom Suchen zum Finden.

Eine wichtige Erkenntnis bei der Just-in-time-Informationslogistik ist, dass Informationsbedarfe häufig aus Geschäftsprozessen abgeleitet werden (Details dazu finden Sie im Buch im Abschnitt “Geschäftsprozesse werden erst durch Informationen wertvoll”) und somit die Informationstechnologie in der Lage sein muss, Informationsbedarfe automatisiert zu ermitteln und die entsprechenden Informationen just in time zur Verfügung zu stellen.

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